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Verbandsgemeindewerke
Dahner Felsenland

Energie aus dem Felsenland – Bürgerstrom aus der Region

Wasserspartips

Vernünftiger Umgang mit Wasser

Die Broschüre “Umwelttipps Wasser sparen” soll ein Ratgeber für den umweltbewußten und sinnvollen Umgang mit Wasser im eigenen Haushalt sein.
Uns ist bewußt, daß ein privater Haushalt nur einen winzigen Anteil an der Umweltbelastung hat, und daß es ungleich größere Problemverursacher gibt. Aber es genügt nicht, darauf zu warten, daß andere ihr Verhalten ändern, jeder von uns muß etwas dazu beitragen und durch sein Verhalten andere mitziehen.
Wozu also zum Beispiel Wasser sparen? Regen gibt es genug.
Der Wasserschutz ist gefährdet durch allzu leichtfertigen Umgang mit Wasser. Wasser sparen, eine Frage, die sich von Region zu Region unterschiedlich stellt. Wer viel hat, kann viel geben. Wer weniger hat, muß sich bescheiden. Auf jeden Fall: Die natürlichen Gegebenheiten sind unumstößlich – Raubbau an der Natur, Wasserförderung über die natürliche Erneuerungsrate hinaus, kann sich keiner leisten.
Der Mensch soll Wasser gebrauchen, nicht verbrauchen. Wasser fließt im Kreislauf. Wenn es gebraucht wird, wird Wasser zum Abwasser. Verbrauch bedeutet Mißhandlung des Wassers. Das Wasser kann nicht beliebig für alle Zwecke mißbraucht, belastet werden, so daß es im Kreislauf der Natur zur Hypothek wird.
Umfragen haben ergeben: Der Bürger weiß wenig über das Wasser, was ihm von der Natur entliehen wird. “Wasser aus der Wand” – gleich der simplen Vorstellung aus der Stromversorgung: Licht aus der Steckdose.
Wasser sparen – intelligentes Wasser sparen, dennoch ein Thema.
Diese Schrift will dazu beitragen, die Sachzusammenhänge in der Wasserversorgung deutlich zu machen. Es geht darum, die natürlichen Bedingungen im Naturkreislauf zu erhalten und zu bewahren. Empfehlungen zu umweltbewußtem Verhalten bedeuten keine Einschränkung der Lebensqualität. Mit dem Tropfen fängt es an: Jede Sekunde ein Tropfen aus einem nicht voll abgesperrten Wasserhahn – das sind an einem Tag 17 Liter sinnlose Wasservergeudung.

Der Wasserkreislauf

(Unser kostbares Lebensmittel Trinkwasser, Hrsg.: Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V., Bonn o.J.1)
Mehr als 97% des gesamten Wasserschatzes der Erde von rund 1,4 Milliarden Kubikkilometern Wasser, sind salziges Meerwasser, für den Menschen ungenießbar. Über 2% sind in den Polkappen und in Gletschern als Eis gebunden. 0,001 % sind als Wasserdampf in der Atmosphäre. Nur 0,6% der gesamten Wassermenge bildet das in Flüssen, Seen und dem Grundwasser vorhandene Süßwasser. Das sind immer noch 8,8 Millionen Kubikkilometer, eine unvorstellbar große Menge. Der jährliche Niederschlag beträgt 210 Milliarden m³.
In unserem Land verfügen wir über ein Wasserdargebot von rund 160 Milliarden Kubikmeter im Jahr. Wasserdargebot, das ist die Menge, die uns der natürliche Wasserkreislauf während eines Jahres zur Nutzung bereitstellt. Während in vielen Ländern Wassermangel herrscht, sind wir in der Bundesrepublik Deutschland ein mit Wasser gesegnetes Land. Unsere Gefilde zählen zur gemäßigten Klimazone der Erde, Niederschläge fallen zu allen Jahreszeiten.
Mehr als 60% verdunsten, der übrige Teil versickert und gelangt ins Grundwasser oder fließt unmittelbar den Flüssen, Seen und Meeren zu. Ein Vergleich von Wasserdargebot einerseits und Wasserbedarf andererseits zeigt: Hier besteht kein Grund zur Sorge. Denn es werden bei uns jährlich etwa 40 Milliarden Kubikmeter Wasser gebraucht nur ein Viertel des Wasserdargebots. Wie auf der ganzen Erde gilt aber auch bei uns: Es gibt zwar genug Wasser, aber nicht immer dort, wo es gerade benötigt wird.
Die Niederschläge fallen nicht in allen Jahren in gleicher Menge. Unterschiede gibt es auch in den Jahreszeiten und in den verschiedenen Regionen Deutschlands. Wenn es sehr trocken und heiß ist, verdunsten größere Mengen Wasser und werden dadurch dem Wasserdargebot entzogen. Auch Menschen und Tiere benötigen dann mehr Wasser als sonst.
Wassermangelgebiete gab es schon immer. Auf der Schwäbischen Alb oder in Ostfriesland finden sich keine sprudelnden Grundwasserquellen. Daß auch dort und anderswo heute für Menschen und Vieh einwandfreies Trinkwasser zur Verfügung steht, ist vor allem Verdienst der öffentlichen Wasserversorgung. Mit Fernversorgungsleitungen stellt sie auch in natürlichen Wassermangelgebieten jederzeit Trinkwasser zur Verfügung, in bester Güte und ausreichender Menge.
Rund 40 Milliarden m³ Wasser werden jährlich gebraucht. Über 90% gehen an Industrie und Gewerbe. 3,2 Milliarden m³, weniger als 10%, an die privaten Haushalte.
Das größte Wasser-Sparpotential liegt also bei der Industrie. Durch Mehrfachnutzung des Wassers ist der Verbrauch in diesem Bereich schon stark reduziert worden.

Wasserverbrauch in den Haushalten

Nur 30 Liter verbrauchten die Menschen in vorindustrieller Zeit täglich, heute rund 146 Liter. Ab 1950 gab es eine stetige Steigerung des Pro-Kopf-Verbrauchs und erst seit 1983 ist die verbrauchte Wassermenge konstant geblieben. In dieser Steigerung spiegelt sich die Entwicklung des Komforts durch zentrale Wasserversorgung, Installationen und Haushaltsgeräte. Hatten 1950 erst 20% der Wohnungen ein Bad, so sind es heute bereits mehr als 90%. Baden, in den Nachkriegsjahren Ausdruck höchster Lebensqualität, ist heute für fast jeden selbstverständlich. Duschen wenigstens einmal am Tag, ist für manchen so normal wie das Frühstück.

Geräteausstattung der Haushalte von heute

(Globus-Kartendienst, Ra 6866 v. 9.11.1987)
Waschmaschinen / Waschvollautomaten: 91% der Haushalte
Trockner: 16% der Haushalte
Geschirrspülmaschinen: 31% der Haushalte

Entsprechend nahm der Verbrauch von Energie, Wasser, Wasch- und Reinigungsmitteln zu. Jeder Liter Trinkwasser, der täglich, ein Jahr lang, mehr verbraucht oder eingespart wird, macht wenn jeder Bundesbürger sich gleich verhält, 22 Millionen m³ aus. Von der heutigen Durchschnittsmenge Wasser pro Kopf lassen sich ohne besonders spürbare Einschränkungen im Komfort rund 10-15% Trinkwasser einsparen. Das wären bundesweit im Jahr rund 320-480 Millionen m³.
Für einen gesunden Wasserkreislauf und damit die Abwasserspirale gebremst wird, lohnt sich vernünftiger Umgang mit Wasser. Da jeder Haushalt doppelt zahlen muß, für entnommenes Trinkwasser und für dieselbe Menge, als entsorgtes Abwasser, würde seine jährliche Ersparnis pro Person je m³ Ver- und Entsorgung ca. 3,50 DM ausmachen, bei gesparten 8 m³ (15%) also 28,- DM.

Wasserverbrauch pro Person im Haushalt 

Zweck

Liter pro Tag

pro Tag in %

pro Jahr in m³

Toilettenspülung

45

31

16,4

Baden, Duschen

40

27

14,6

Wäsche waschen

20

14

7,3

Geschirreinigung

10

7

3,7

Körperpflege

10

7

3,7

Wohnungsreinigung

6

4

212

Trinken, Essenzubereitung   

5

3

1,8

Restliche Verwendung

10

7

3,7

zusammen

146

100

53,4

Toilettenspülung

Normale Spülkästen geben auf Knopf- oder Hebeldruck zwischen 9 und 14 Liter Wasser mit Druck in das Toilettenbecken. Preiswerte Einbauvorrichtungen lassen in den meisten Spülkästen eine Dosierung der Wassermenge bedarfsangepaßt von 4 bis 9 Litern zu. Bei neuen Spülkästen sollte auf eine Höchstmenge von 9 Litern sowie auf Wasserabgabe nach Bedarf, also auch Teilmengen, geachtet werden. Entsprechend ausgestattete Spülkästen tragen den Umweltengel, verliehen vom Umweltbundesamt.

Baden, Duschen

Eine gut gefüllte Badewanne enthält ca. 140 Liter Wasser. Duschen erfordert ca. 35-40 Liter. Doch wer täglich duscht, etwa aus Kreislaufgründen oder wer badet, um genüßlich in der Wanne zu träumen, zu lesen, der braucht eben diese Menge Wasser für sein Wohlbefinden. Einspartips für den Duschliebhaber:
Der Durchflußbegrenzer. Er vermindert die durchfließende Wassermenge von normalen 20 Litern/ Minute (bei 3 bar Druck) auf 8-12 Liter. Er würde auch am Waschbecken sparen helfen. Wem dieser Druck zu niedrig ist, kann für die Dusche den Wassersparduschkopf wählen. Hier fließen 1 5 Liter/Minute durch. Schließlich der Duschunterbrecher. Er sorgt dafür, daß die eingestellte Wassertemperatur erhalten bleibt, auch wenn mit Knopfdruck der Wasserzulauf gestoppt wird, etwa zum Einseifen, bei dem nun wirklich kein Wasser unnütz fließen muß.
Die beiden ersten Vorrichtungen sind an der Badewanne weniger günstig, da hier relativ schnell die erforderliche warme Wassermenge gesammelt werden soll, um nicht zu viel Wärme zu verlieren. Beim Durchlauferhitzer können Sparvorrichtungen problematisch sein; die Geräte schalten bei niedrigem Wasserdruck oft nicht mehr die höhere Temperaturstufe ein.
Wichtig ist vor allem: undichte Wasserhähne abdichten! Ein Tropfen pro Sekunde bedeutet schon 0,7 Liter in der Stunde. Ein dünnes, fortwährend laufendes Rinnsal in der Toilette kann sich zu 4 Litern pro Stunde oder 96 Litern am Tag summieren. Wird es nicht beseitigt, kostet es im Jahr 125,— DM. (Frischwassermenge plus Gebühren für das Abwasser).

Geschirreinigung

Wie beim Wäschewaschen in der Waschmaschine. kann man beim Geschirrspülen Wasser sparen: Maschine gut füllen, sparsame Programme wählen, bei der Neuanschaffung günstigsten Wasser- und Energieverbrauch berücksichtigen.

Waschen und Reinigen

Die Bürger der Bundesrepublik Deutschland haben pro Kopf den höchsten Verbrauch an Wasch- und Reinigungsmitteln in Europa.

Waschmittelverbrauch pro Haushalt in Tonnen

Vollwaschmittel

660.000

60°C-Waschmittel

39.000

Fein- und Spezialwaschmittel   

69.000

Weichspülmittel

392.000

Geschirrspülmittel

220.000

Haushaltsreiniger

120.000

Rohr- und WC-Reiniger

60.000

Seifen

95.000

Scheuermittel

25.000

Handreinigungsmittel

20.000

zusammen

1.700.000

 

1,7 Millionen Tonnen. Das bedeutet, daß jeder Bundesbürger 28 kg Wasch- und Reinigungsmittel jährlich verbraucht hat. Alle Haushalte zusammen geben im Jahr rund 3,2 Milliarden DM für diese Mittel aus.
Wie ist diese schnelle Verbrauchszunahme zu erklären?
Sicherlich waren die Deutschen 1960 nicht unsauberer oder unhygienischer als heute. Für die Zunahme gibt es mehrere Gründe: Der wachsende Wohlstand ließ den Verbrauch an Textilien aus den verschiedensten Fasern steigen. Mehr Wäsche, mehr unterschiedliche Waschanforderungen führten zu entsprechenden Waschmittelangeboten. Mehr Maschinen (Waschautomat, Geschirrspülmaschine) ersetzten Handarbeit. Gestiegene Ansprüche, größeres Hygienebewußtsein, häufigeres Wechseln der Kleidung, auch durch Werbung bedingt - immer weißeres Weiß. Mehr Spezialreiniger. Um die Haushaltsführung möglichst perfekt zu bewältigen, wurden im Haushalt immer mehr Chemikalien eingesetzt, mit dem Ziel: sauberer, heller, hygienischer. Und bei der Dosierung wird aus denselben Gründen oft zu viel des Guten getan. "Der Belastungsanteil der Abwässer ist folglich hoch: Salze, Tenside, Phosphate. Umweltbedenkliche Stoffe, wie schwer abbaubare chlorierte Kohlenwasserstoffe, Lösemittel, Desinfektionsmittel, organische Säuren und Laugen schäumen, ätzen und lösen auch noch im Abwassersystem. Trotz aller ausgeklügelten Klärtechnik lassen sich diese chemischen Helfer aus dem Klärschlamm längst nicht vollständig herausreinigen". (So Stiftung Verbraucherinstitut, Hrsg.: Öko-Putzschrank, Berlin Seite 2)
In der Kanalisation treffen die Chemikalien zusammen mit Abfällen, die im Haushalt über die Toiletten entsorgt werden sowie mit belasteten Wassermassen aus den Gewerbe- und öffentlichen Betrieben, die nicht über eigene Kläranlagen verfügen. Mit so viel Belastungen werden Kläranlagen nur unzureichend fertig. Teilmengen gelangen ungeklärt bzw. nicht ausreichend geklärt in die Flüsse, ins Meer. In privaten Haushalten wird kaum Wasser bewußt belastet. Deshalb müßte man das Verhalten im Haushalt ändern.

Wäsche waschen

Der Verbrauch an Wasch- und Waschhilfsmitteln macht den Hauptanteil an der gewaltigen Steigerung des Verbrauchs an Wasch- und Reinigungsmitteln zwischen 1960 und heute aus. Von den 1,7 Millionen Tonnen entfallen hierauf allein fast 1,2 Millionen Tonnen.
Am Beispiel der Verwendung von Vollwaschmitteln läßt sich plastisch die Übertreibung unseres, möglicherweise ahnungslos, betriebenen Sauberkeitsverhaltens zu Lasten der Umwelt (und unseres Geldbeutels) darstellen.
Vollwaschmittel sollen den Waschenden unabhängig machen von Überlegungen über die Kombination verschiedener Mittel. Ihre Zusammensetzung ist daher orientierten der höchsten Anforderung, der95°-C-Wäsche 1), und an einem hohen Waschergebnis-Standard. Die auf der Packung angegebene Dosierung richtet sich nach dem Härtegrad des Wassers. Je höher der ist, desto mehr Waschmittel werden benötigt 2), aber eigentlich braucht man gar nicht ein Mehr an allen lnhaltsstoffen, sondern nur an Enthärtern. Das übrige Mehr an Inhalten ist überflüssig für den Wascherfolg.
1) Bis auf Vollwaschmittel, die bis 60°-C-Wäsche ausreichen. Das ist jeweils angegeben.
2) In Wasser des Härtebereiches 4 (dH) (sehr hart) bis zur doppelten Menge gegenüber Weichwasser.
Gänzlich überflüssig sind in Vollwaschmitteln optische Aufheller, weil sie, ohne Einfluß auf den Waschprozeß, lediglich die optische Täuschung herbeiführen, die Wäsche durch einen Blauschimmer weißer wirken zulassen. Füllstoffe, weil es nur das Waschmittel etwas leichter handhabe macht, größere Menge vortäuscht, doch wieder die Umwelt belastet. Die Waschmaschine sollte stets optimal gefällt werden. Bei wenig verschmutzter Wäsche kann im Waschautomaten auf die Vorwäsche verzichtet werden. Wassersparende Programme sind vorzuziehen.
Auch bei den neuen Geräten gibt es viele Unterschiede. So sollte man vor der Anschaffung Testberichte studieren oder sich in Verbraucher- und Energieberatungsstellen beraten lassen.

Wäschetrockner

Auf dem Markt befinden sich drei Systeme: Kondensationstrockner, Waschtrockner, Ablufttrockner. Der Kondensationstrockner mit Wasserkühlung verbraucht für 4 kg Wäsche (schranktrocken) ca. 110 Liter. Der Waschtrockner erledigt Waschen und Trocknen in einem Gerät. So spart man natürlich Platz. Diesem Vorteil stehen Nachteile gegenüber: Es können nur jeweils 2 kg getrocknet werden, so daß für eine Waschfüllung 2 volle Trocknungsdurchläufe nötig sind. Das kostet für 4 kg Wäsche 150-250 Liter Wasser (!) gegenüber sonst 100-130 Litern und die doppelte Menge Energie.

Übrige Haushaltsbereiche

In einigen Haushaltsbereichen könnte Wasser in Trinkwasserqualität ersetzt werden durch Regenwasser: beispielsweise zum Autowaschen oder zur Gartenbewässerung. Allerdings gilt diese Möglichkeit in aller Regel nur für Eigenheimbesitzer. Wird das Auto in einer Waschanlage gewaschen, wie 16% der deutschen Autos, empfiehlt sich, eine mit dem Umweltengel ausgezeichnete Anlage zu wählen, hier wird das Waschwasser mehrfach verwendet; statt 120-170 Litern werden nur 40 Liter im Durchschnitt benötigt. Autowaschen mit Wasser aus dem Trinkwasserhahn sollte mit Eimer und Schwamm erfolgen und nicht bei laufend fließendem Wasser mit dem Schlauch.

 

Quelle:
Institut für empirische Psychologie und Sozialforschung e.V.
Kastanienallee 18, Köln
"Der umweltfreundliche Wasserhaushalt"
Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V. (VDG) Matthias-Grünewald-Straße 1-3, Bonn

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